Ooops in drei Tagen ist Heiligabend

Es gibt drei verschiedene Arten von Charakteren, wenn es um Weihnachten geht. Die „ich hasse Weihnachten und da haue ich lieber ab“. Diejenigen, die bereits im Bikini fragen, „was wünscht du dir denn zu Weihnachten“ und im August schon alle Weihnachtsgeschenke haben und dann diese ausergewöhnliche Spezie, zu der ich auch gehöre „ooops in drei Tagen ist Heiligabend und ich habe noch kein einziges Geschenk“.

 

„Ich hasse Weihnachten und haue lieber ab“

Diesen Satz habe ich meine halbe Kindheit gehört, da zu dieser Sorte leider meine Mutter gehört. Sie ist zwar nie weggefahren, da waren wir Kinder ja da, aber Weihnachten mag sie gar nicht und fängt bereits sechs Wochen vorher schon an zu sagen, dass sie froh ist, wenn Weihnachten vorüber ist und das sie das Fest sowieso nicht leiden kann und das man ihr nichts schenken braucht. Und jedes Jahr überlegen meine Tochter und ich, wie es wohl wäre, wenn wir ihr tatsächlich nichts schenken würden. Daher kommt es wahrscheinlich auch, dass ich revoluzzermäßig Weihnachten so sehr liebe, unsere Wohnung liebevoll festlich geschmückt ist, ich stundenlang mit einer Hingabe Geschenke einpacke und es so richtig kitschig und pompös praktiziere.

„Bikinitragende Weihnachtsmänner im August“

Vollkommen überfordert steht man da, mit der Frage „was wünscht du dir denn zu Weihnachten?“ Wenn man das Rauschen des Meeres hört und sich gerade in seinem neuen Bikini am Strand von Griechenland aalt. Bei allem Perfektionismus meine Lieben, aber solche Fragen in dieser Jahreszeit erscheinen mir immer etwas gruselig. Auch ich nehme mir jedes Jahr vor, dass ich Geschenkideen übers Jahr sammle für jeden einzelnen, um dann an den Festtagen groß rauszukommen. Wie das endet? Naja, meistens schenke ich alle Ideen bereits am Geburtstag und/oder dann den Rest, weil ich es nicht erwarten kann, einfach mal so zwischendurch. Die Zwischendurch-Geschenke sind, meiner Meinung nach, sowieso die besten. Also wir sind uns hoffentlich einig, dass man beim Erfragen der Wünsche zu Weihnachten, zumindest einen Langarmpulli tragen sollte.

„Ooops in drei Tagen ist Heiligabend und ich habe noch kein einziges Geschenk“

Menschen mit dieser Aussage sind mir von grundauf sympathisch, fast so sympathisch wie die, die Jack Daniels trinken, also fast. Zu dieser Gattung gehöre nämlich ganz klar ich und auch dieses Jahr habe ich noch kein einziges Weihnachtsgeschenk, außer das für meine Mutter… – einmal Nichts, bitte. Aber, und darauf bin ich wirklich richtig stolz, ich weiß dieses Jahr was jeder bekommt und wo ich es hoffentlich noch rechtzeitig bekommen werde. Das mag ja für den Bikinweihnachtsmann eine mittelschwere Katastrophe sein, aber und jetzt kommt’s… ich habe die geringste Umtauschquote. Genau, weil ich jegliche Kaufwut, die innerhalb der Familie kurz vor Heilig Abend stattfindet noch galant umschiffe, wenn ich die Geschenke erst kurz vor der Deadline besorge. Kennt ihr das wenn sich Familienmitglieder oder Freunde absondern und sich vier Tage vor Weihnachten selber beschenken? Super, zuhause liegt bereits schön verpackt seit Monaten das silberne Armband von Thomas Sabo für die Tochter und was macht sie? Ja, sie kauft es sich kurz zuvor selber, da ist doch der Umtausch schon vorprogrammiert, bevor das Geschenk erst überreicht wurde. Das wollen wir doch nicht, oder? Daher fahre ich mit meiner last Minute Aktion seither immer prima.

 

 

Wenn ihr also zu der Kategorie „ich habe noch kein einziges Geschenk“ gehört oder euch noch das eine oder andere Geschenk fehlt, dann rennt nicht sofort los und stürzt euch in vollgefüllte Kaufhäuser oder in Online-Geschäfte, wo ihr dann bis zum 24. Abends nicht mehr das Haus verlassen könnt, weil der Paketfahrer noch immer nicht da war. (Passiert uns nicht, wir haben nämlich den Besten)

Macht euch dieses Jahr doch mal genüsslich eine Tasse Tee oder Kaffee, setzt euch auf eurer Sofa und denkt doch einfach mal in Ruhe nach. Dieses Jahr machen wir das nämlich mal vollkommen anders.  Wir schenken mit Köpfchen. Denkt nach über die Menschen, die ihr sehr gerne beschenken wollt. Was die denn so gerne machen oder besser noch, was sie so lange nicht mehr gemacht haben. Was sie gerne essen oder was sie sich nicht leisten wollen, aber immer mal wieder erzählen wie gut das schmecken würde. Dinge, die man früher so oft mit Liebe gemacht hat, als ihr noch klein wart und für die heute vermeintlich keiner mehr Zeit hat. Wie oft höre ich, „Ach, das müsste schon längst mal gemacht werden“ -macht es, schenkt doch einfach einen Gutschein hierfür. jetzt kommen wieder die Gutscheingegner, die ihre Gutscheine nie einlösen. Es geht nicht um das Stück Papier, es geht um das was drauf stehen wird.

Hier mal ein paar Denkanstöße für euch, die mir so spontan eingefallen sind.

Gutscheine

  • Pilze sammeln mit der Großmutter oder auch dem Vater oder mit wem auch immer.
  • Wäsche bügeln für den Bügelhasser (wer wollte mir eigentlich noch was schenken?).
  • Ein Jahr lang Blumen schenken, jeden Monat einen Strauß. Und das muss nicht immer teuer sein, vom Discounter Blumen kaufen, gibt es schon für knapp 3,00 Euro und mit Gräsern etwas aufpimpen, bringt immer gute Laune und sehr viel Freude in die vier Wände. Wer mehr Geld hat darf natürlich gerne in den Blumenladen gehen.
  • Telefonischer Wegdienst, für liebe Menschen, die gerne mal verschlafen.
  • Keller aufräumen und entrümpeln, Fahrt zum Recyclinghof.
  • Holz schlichten oder auch gerne hacken.

Selbergemachtes / Zeit

  • Einen persönlichen Spruch zu Papier bringen, ob handgeschrieben oder gedruckt und diesen in einen Rahmen setzen.
  • Eine Geschichte schreiben, aus vergangen Tagen. Etwas, was in eurer Kindheit besonders schön war.
  • An Weihnachten eine Weihnachtsgeschichte oder ein Gedicht vorlesen. Vielleicht mit einer schönen Begründung warum es gerade diese Geschichte war, weil sie vielleicht an etwas oder an jemanden erinnert.
  • Essen auf Rädern, wenn jemand eine besondere Speise von euch bevorzugt, dann bedenkt ihn das nächste mal und bringt ihm jedes mal was vorbei. (Könnte auch unter die Kategorie Gutschein fallen) Oder auch die Oma oder der Opa, die alleine leben und nicht mehr so gerne für sich kochen. Muss ja nicht jeden Tag sein, aber einmal die Woche ist doch super. An so ein Geschenk kommt doch  keine silberne Uhr ran.
  • Stadtführung in eurer Stadt oder in einer Stadt, die der Beschenkte schon lange mal sehen wollte.

Wenns dann doch was kosten darf

  • Essen geht immer, eine Kerze, einen besonders guten Saft oder auch gerne einen Wein und leckere Schokolade oder auch selbstgemachte Marmelade, Honig oder besonderes Superfood.
  • Richtig gute Nudeln mit einer exklusiven Sauce, hochwertiger Parmesan und einen Wein, für die kleinen Italiener unter euch.
  • Feines Duschgel oder eine tolle Handcreme, da wird meistens gespart.
  • Badesalze, Kerze und Piccolo.

Es gibt so viele einfache Geschenke, die ihr ohne Stress so kurz vor Weihnachten vorbereiten oder noch besorgen könnt. Außerdem werdet ihr überrascht sein, wie sehr sich die Beschenkten über solch ideenreiche und liebevolle Geschenke freuen. Also, entspannt euch, bleibt gelassen und dann fällt euch sicher was besonders Außergewöhnliches ein.

Mit dieser Gelassenheit wünsche ich euch nun wundervolle Ideen und einen einen guten Tee oder Kaffee.

Eure Diana

 

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