Von guten Vorsätzen, ein Tag „X“ und wie ich das Rauchen verlernt habe

Nichtraucher in 5 Stunden, Gute Vorsätze, 2019, Neues Jahr, Raucherentwöhnung, Diana, Esther, Weidinger, Stilwalk

Die Festtage liegen hinter uns, die Silvesterparty haben wir ohne Kopfschmerzen gut überwunden und das letzte üppige Essen haben wir am 06. Januar zu uns genommen. Haben wir? Haben wir! Und nicht zu vergessen… unsere guten Vorsätze für das neue Jahr.

Und wenn wir jetzt noch unseren Christbaum entsorgt haben und noch nicht alle guten Vorsätze in den Wind geschossen wurden, dann sollten wir ja noch Hoffnung haben, dass wir etwas verbessern können. Mal abgesehen davon, dass es echt der Wahnsinn ist, diese guten Vorsätze. Wer bitteschön hat das denn irgendwann mal erfunden? Dieser Ruck, der einmal im Jahr durch unser Land geht und Männlein wie Weiblein sich schwören, ab morgen wird alles anders.  Diese Verbesserung der eigenen Person. Sind wir uns selber nicht gut genug? Und dann zum Jahreswechsel, warum funktioniert das nicht so einfach und warum meinen wir alles auf einmal mit dem Jahreswechsel ändern zu wollen? 

  • weniger Stress
  • mehr Zeit mit Freunden
  • Abnehmen
  • mehr Sport treiben
  • gesünder ernähren
  • Rauchen aufhören
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Warum sind Veränderungen nur so schwer?

Ich werde dir was sagen, die Hälfte, ach was sage ich, zwei Drittel davon haben ihre guten Vorsätze bereits vor dem 06.01. ein Grab geschaufelt worauf geschrieben steht….

Da liegen sie begraben, die guten Vorsätze für 2019… ruhet in Frieden!

Musst du das neue Jahr mit dieser riesigen Enttäuschung starten? 

Musst du nicht! 

Und ich sage dir auch warum und wie es dir sicher gelingen wird, DEINE guten Vorsätze umzusetzen.

Wir leben einfach nicht 24 Stunden am Tag bewusst und kontrolliert und das schon gar nicht sieben Tage die Woche. Das meiste was wir abhandeln machen wir in einem Automatismus. Wir haben unseren Tagesablauf und das spart Energie. Jede Umstellung, jedes Neulernen kostet uns wesentlich mehr Energie weil wir uns für das neue Tun konzentrieren müssen. Wir sind konditioniert wie die Pawlowschen Hunde, jedesmal wenn die Glöckchen klingeln, fangen wir das Sabbern an. Wenn wir etwas ändern wollen kostet uns das richtig viel Anstrengung, sonst fallen wir ganz schnell wieder in unser altes Muster zurück.

Wir müssen uns umkonditionieren, die alten Gleise aufbrechen um neue Wege zu fahren. Und dafür müssen wir uns selber genügend Zeit geben und vor allem nicht zu viele Veränderungen zumuten. 

Du nimmst dir am besten die Liste deiner guten Vorsätze und hinterfragst nochmal folgendes:

1

Warum möchte ich…. z.B. abnehmen? Es muss einen ganz klaren Grund geben, warum du das möchtest, sonst kann ich dir vorab schon sagen, dass es niemals klappen wird oder es dich so viel Kraft kostet, dass du nach kurzer Zeit dein neues Jahr als Quälphase empfindest.

  2

Ist das tatsächlich mein persönlicher Vorsatz oder lediglich eine nette Modeerscheinung aus den sozialen Netzwerken? Alle wollen gesünder essen, ich natürlich auch, dann ist das nicht dein Ziel, sondern der gute Vorsatz eines Fremden. Ein fremdes Ziel zu verfolgen ist so ziemlich das Dümmste, also streiche es sofort von deiner Liste und vergiss es.

    3

Geht es mir schlecht genug? Denn nur wenn es dir wirklich schlecht geht und dein Laster dich so richtig, richtig runter zieht, dann kannst du dir auch ganz einfach klar machen, warum du deinen guten Vorsatz in die Realität umsetzen wirst.

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Gute Planung und 5 mal „W“

Was ich dir jetzt erzähle ist eine ganz persönliche Erfahrung von mir, die ich immer wieder für verschiedene Bereiche anwende und ich bin überzeugt, dass du damit die meisten deiner guten Vorsätze umsetzen kannst. Vorausgesetzt du berücksichtigst die oberen drei Fragen und machst dir klar, dass du dich umkonditionieren musst.

Am 17. Mai 2014 habe ich meine letzte Zigarette geraucht und glaube mir, ich habe wirklich viel geraucht. Im Normalfall eine Schachtel am Tag und mit Partys und Club-Besuchen wurden es auch schon mal eineinhalb und mehr. Im Laufe der Zeit wurde mir immer mehr klar, wenn ich nicht bald das Rauchen aufgebe, ersticke ich bei lebendigen Leib. (siehe Punkt 3. Geht es mir schlecht genug?) Aber so sehr ich auch wusste, dass mich diese Zigaretten umbringen werden, so weniger gelang es mir auch nur einen einzigen Tag darauf zu verzichten. Für 2014 fasste ich den Vorsatz das Rauchen zu lassen, irgendwann innerhalb der 365 Tage, wann legte ich noch nicht fest. Eigentlich war ich täglich soweit und weiß nicht mehr wie oft ich mir am Vorabend schwor… morgen früh rauche ich mal keine. Morgen höre ich das Rauchen auf. 

Ich sehe dich und viele andere jetzt schmunzeln weil ich weiß, dass es dir genauso erging, wir mir.

Nach dem Aufstehen, klingelte Pawlow wieder mit seinem Glöckchen und ich begann zu sabbern!!! In der linken Hand den Kaffee und meine Zigarette in der rechten. Verzweiflung machte sich breit, mir war klar ich brauchte einen Plan, einen richtig guten Plan. Und den brauchst du auch.

Du musst klar folgendes festlegen:

  • WO werde ich meinen guten Vorsatz umsetzen?
  • Mit WEM werde ich das alles durchziehen?
  • WAS brauche ich alles dazu?
  • WIE wird die Umsetzung stattfinden?
  • Und das wichtigste WANN? Du brauchst einen festen Termin.
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Du brauchst einen Tag „X“

Für mich war die schwierigste Frage WANN ich das realisiere. WANN ich endlich meinen Tag „X“ habe um das Rauchen hinter mir zu lassen. Die Lösung kam, als mich mal wieder meine Tochter besuchte. Ich klagte ihr mein Leid und meine erfolglosen Wochen und Monate. Da erzählte sie mir, dass eine Kollegin von ihr mit einem Raucherentwöhnung-Seminar (Nichtraucher in 5 Stunden) ihre Sucht losbekam. Ich wusste, das war mein Tag „X“. Sofort recherchierte ich wann das nächste Seminar in meiner Nähe stattfand und vier Wochen später saß ich mit voller Zigarettenschachtel in einem Seminar für Nichtraucher. (Übrigens übernehmen sehr viele Krankenkassen die gesamten oder die Teilkosten solcher Raucherentwöhnungskurse)

Da war er, der besagte Tag an dem ich meine letzten Zigaretten rauchen wollte. Das Seminar war wirklich super, man erzählte mir zwar auch nicht viel Neues aber es war für meinen Entschluss ein ganz wichtiger Tag. Es war mein Wann-Tag den ich unbedingt gebraucht habe. Unabhängig wie wertvoll das Seminar für mich war oder welche Rolle der Inhalt dieser Stunden spielte. 

Mein Tag „X“

Im Anschluß ging ich nach Hause, ließ meine Schachtel Zigaretten vor Ort und bin bis heute glückliche Nichtraucherin. Und jetzt fragst du dich ist das alles? Nein, das ist erstmal eine gute Vorbereitung für deinen guten Vorsatz, damit du diesen 2019 nicht wieder beerdigen musst.

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Pawlow und die Umkonditionierung

Mit diesem Tag begann die Umkonditionierung, sprich fast mein ganzes Leben musste nochmal überarbeitet werden. Jede Situation, jedes Tun, jeder Ort an dem ich bislang geraucht hatte wurde nun einem Nichtraucher gegenübergestellt. Das heißt, früher galt für mich…

Kaffee – Zigarette

Mit Freunden – Zigarette

Telefonieren – Zigarette

Stress – Zigarette

Alkohol – Zigarette

Einsteigen ins Auto – Zigarette

Warten – Zigarette

All diese routinierten Abhandlungen mussten sich nun daran gewöhnen, dass ich z. B. meinen Kaffee ohne Zigarette genieße und bei Stress einfach alles tue nur nicht rauche. Ich sage nicht, dass dies einfach war, aber mit der Logik dahinter und meinem gut geplanten Vorsatz fiel es mir um einiges leichter. Ich war Nichtraucher und wurde von außen immer wieder daran erinnert, daher galt es für mich, meine Nichtrauchergewohnheiten zu manifestieren, so lange bis ich den Kaffee genießen konnte ohne Zigarette. Ich rate dir auch davon ab, dir Alternativen zu suchen. Denn du wirst dich so nie umkonditionieren. Es holt dich immer wieder ein.

Beispiel: Wir waren drei Jahre nachdem ich das Rauchen aufgehört hatte an einem Strand im Urlaub, an dem ich zuvor das letzte mal als Raucher war. Drei Jahre ohne Zigarette, dachte ich schon gar nicht mehr daran und saß am Strand, schaute aufs Meer und auf einmal war es wieder da, dieses Verlangen nach einer Zigarette. Ich bin im ersten Moment so erschrocken, hatte ich doch schon längst vergessen, dass ich mal geraucht habe. Aber gleich drauf war mir sofort klar, ja natürlich, hier wurde ich noch nicht umkonditioniert. Hier galt noch die alte Diana, hier war noch Rauchen angesagt. Und mit dieser Erklärung, kam das Verständnis und das Verlangen nach der Zigarette war auch gleich wieder weg, verstehst du?

Und diese Vorgehensweise kannst du für fast all deine geplanten Veränderungen hernehmen. Wenn du abnehmen möchtest, wenn du es wirklich willst, dann erörtere für dich warum, wie, mit wem, und dann ganz klar wann! Hol dir alle Hilfsmittel, die du dafür benötigst und dann starte deine Konditionierung in ein schlankeres Leben. Du wirst sehen, dass du erstmal in alter Gewohnheit zum Regal mit der Schokolade läufst oder sogar gedankenlos reingreifst. Jedoch nach ein paar mal, wenn du bewusst daran vorbei gegangen bist, dann programmierst du dich auf deine neue, gesunde Gewohnheit. Wenn du abends vorm Fernseher bis jetzt Chips vernascht hast, dann gehst du abends mit Freude an deine neue Leidenschaft ran und zwar das umkonditionieren. Fernsehen ohne Chips, einige Tage und das Verlangen wird weniger, bis es irgendwann ganz verschwindet. So als ob du zuvor nie Chips zum Fernsehen gebraucht hättest.

Wenn du mehr Sport machen möchtest, bereite alles vor, was du an diesen Tagen benötigst. Lege fest wie oft du gehen wirst und übertreibe es für den Anfang bitte nicht. Nicht weil du nicht von Null auf Hundert etwas ändern sollst, sondern weil du sonst einen Mörder Muskelkater hast und deine Pause, die du dann benötigst zu groß ist und dein Vorhaben dadurch zu kippen droht. Jedesmal wenn du sportlich aktiv bist, lernst du, dass dies nun ein Teil deines ganz normalen Lebens ist. Mental solltest du schnellstmöglich da ankommen, wo du dir gar nicht mehr die Frage stellst, was mache ich hier eigentlich? Sondern die Routine steht hier ganz klar im Vordergrund.

Das heißt, wir können uns alles an- bzw. auch wieder abtrainieren. Das ist uns ja nichts Neues, jedoch das alles ganz bewusst machen und es zu sehen, als ob wir in unsere Arbeit gehen und dort die anfallenden Arbeiten einfach ausführen, das war die Technik, die mich zum glücklichen Nichtraucher gemacht hat und das seit fast fünf Jahren schon.

Welche guten Vorsätze willst du tatsächlich realisieren? Was ist noch übrig von alle dem, seit dem Jahreswechsel? Schreib mir deine Vorsätze in die Kommentare. Schreib mir auch, was und wie du vielleicht schon das eine oder andere geschafft hast. Damit hilfst du möglicherweise anderen. Und wenn du fragen hast, dann immer gerne her damit.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei allem was du dir für 2019 vorgenommen hast.

Deine Diana


1 Comment

  • Anette Hepp sagt:

    Hallo Diana,

    toller Beitrag und größter Respekt dass du es geschafft hast rauchfrei zu bleiben 🙂 Weiter so!

    Ich habe mir vorgenommen dieses Jahr bewusster und gesünder zu leben und bisher bin ich auf einem sehr gutem Weg 😉

    Liebe Grüße,
    Anette à la Heppiness

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